Historischer Storchenturm in Zell am Harmersbach
Projekt · Storchenturm-Museum

Ein Museum, das auch dann offen bleibt, wenn die Treppe zu hoch ist.

Denkmalgeschützter Turm mit über 100 Stufen, kein Lift möglich — ein digitaler Rundgang, eine Variante in Leichter Sprache und ein Touchscreen im Foyer öffnen das Museum für alle.

Stadt Zell am Harmersbach · Zell a. H., Schwarzwald · 2025/26 · Historisches Museum

Projekt-Geschichte

Die Geschichte zu Storchenturm-Museum Zell a. H..

Ausgangslage

Der Storchenturm ist eines der ältesten Bauwerke Zells und bis heute ein prägender Punkt im Ortsbild. Als Museum zeigt er Schwarzwälder Alltags- und Handwerksgeschichte: Schusterhandwerk, Trachten, einen Kerker, ein Totentanz-Ensemble aus Terracotta-Figuren. Nur: Der Zugang führt ausschließlich über eine sehr steile, historische Treppe mit über 100 Stufen. Ein Aufzug-Einbau ist baulich und aus Denkmalschutzgründen nicht möglich.

Für viele Menschen — ältere Besucher, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Familien mit Kinderwagen, aber auch Besucher mit kognitiven Einschränkungen, die sich auf der Treppe unsicher fühlen — war der Besuch dadurch bisher nicht möglich. Gleichzeitig wollte die Stadt Zell den Turm nicht zu einem „Museum für eine eingeschränkte Besuchergruppe" werden lassen.

Zusammenarbeit

Gemeinsam mit der Stadt Zell am Harmersbach und im Rahmen eines Förderprojekts ist ein digitaler Rundgang durch den gesamten Turm entstanden — von der Treppe zum Eingangsbereich über die Themenetagen bis hinauf in den Kerker. Die Tour ist so aufgebaut, dass man den Turm in seiner räumlichen Abfolge erlebt, nicht nur einzelne Exponate sieht.

Ergänzend wurde eine zweite Variante der Tour in Leichter Sprache erstellt: reduzierte Texte, klarere Bildbeschriftungen, eine Zusatz-Navigation, die den Rundgang auch ohne komplexe Lese-Kompetenz zugänglich macht.

Im Foyer des Museums haben wir einen Touchscreen mit der Tour installiert. Wer nicht den Turm besteigen kann oder will, startet den virtuellen Rundgang direkt vor Ort — mit denselben Inhalten, die auch zu Hause am Gerät funktionieren.

Ergebnis

Seit April 2026 ist das Museum wieder geöffnet, der Eintritt kostenfrei. Der digitale Rundgang läuft unter einer stabilen Tour-URL und ist zusätzlich auf dem Foyer-Touchscreen vor Ort nutzbar — ohne Anmeldung, ohne Kosten.

Die Leichte-Sprache-Ebene ist ab der ersten Stunde mitgedacht und nicht nachträglich angehängt, was das Museum auch für Gruppen öffnet, die bisher keinen direkten Zugang zur historischen Substanz hatten. Denkmalschutz und Barrieresenkung schließen sich in diesem Projekt nicht aus — sie werden durch den digitalen Zugang überhaupt erst verträglich.

Kapitel

Das Projekt hat mehrere Stränge.

  1. Warum ein digitaler Zugang?

    Der Turm ist in seiner Substanz geschützt — und in seiner Substanz unzugänglich für alle, die keine 100 Treppenstufen gehen können. Der digitale Rundgang ist keine Notlösung für diese Gruppe, sondern ein gleichwertiger Zugang, der parallel zum realen Besuch funktioniert.

  2. Was der Turm erzählt.

    Vom Schusterhandwerk über Trachten bis zum Totentanz-Ensemble aus Terracotta-Figuren (nach dem Basler Totentanz) und dem Kerker, der mitten im Rundgang liegt: Das Museum bündelt Alltags-, Handwerks- und Turm-Geschichte. Der digitale Rundgang folgt dieser räumlichen Dramaturgie, statt Exponate isoliert zu zeigen.

  3. Vor Ort: Foyer-Touchscreen.

    Im Erdgeschoss des Museums steht ein Touchscreen mit der Tour. Wer nicht hinauf kann oder will, startet den Rundgang direkt dort — dieselben Inhalte, dieselbe Navigation wie online. Der Eintritt ist kostenfrei.

Tourismus

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Einordnung

Ein Kultur-Projekt mit Standort-Wirkung.

Der Storchenturm ist zuerst ein Museum — gleichzeitig ist er eines der prägendsten Wahrzeichen Zells und damit Teil der Außendarstellung der Stadt. Die zugehörigen Einsatzfelder geben den Rahmen.

Projektgespräch

Storchenturm-Museum Zell a. H. · Projektgespräch vereinbaren.

Ob Ihr Bereich schon dabei ist oder Ihr Vorhaben etwas anders gelagert ist: Wir schauen gemeinsam, welcher Ansatz sinnvoll ist.

Oder direkt sprechen: 06353 957957-0

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Ansprechpartner

Fotografie André Straub GeschäftsführerFotograf
Luftaufnahmen · hochauflösende 360°-Fotos · 360°-Videos
Gestaltung und Entwicklung Benjamin Kuderer GeschäftsführerWebentwickler und Gestalter
Tour-Architektur · Renderings · Konzeption